Sonntag, 17. Juni 2012

Unsichtbar

Mein Bild verblasst in deinen zarten Händen,
war's wesentlich, so trug es dein Gesicht.
Wir lassen es beim letzten Spruch bewenden
und treten aus dem einst erwünschten Licht.

Die Zeit fließt weiter, länger sind die Tage.
Der Mondschein wird mich lange nicht mehr sehn.
Ich wünsch' mir, dass mir dieser Weg behage,
dann wird alle Erinn'rung bald vergehn.

Ich glaubte voller Zuversicht an Wunder,
doch Wunder suchen sich die Ihren aus.
Mein Herz entbrannte lichterloh wie Zunder,
nun sitze ich im Dunkeln, welch ein Graus!

Die Stunden voller Lust und voller Freude,
voll Zuversicht und Sehnsucht sind vorbei.
Was hab ich meinen Lebensdurst vergeudet,
nun sitze ich im Stillen, nachts um zwei.

Ich muss zurück ins alte Unheil pendeln,
die Sinne trüben, unsichtbar vergehn.
Möcht nicht mehr länger mit dem Unglück händeln,
die Zeit heilt Wunden, manchmal ist das schön.

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