Donnerstag, 5. Juli 2012

Über die Liebe


Die Liebe ist für Menschen kaum zu fassen,
mit Worten nicht und nicht mit dem Verstand.
Sie zwingt uns oft, das Liebste loszulassen,
wie einst die Liebe plötzlich zu uns fand.

Sie ist nicht nur das makellos Erträumte,
das wir zuweilen gerne in ihr sehn.
Sie bringt auch Leid, bemängelt das Versäumte,
doch hilft sie uns die Sehnsucht übersteh’n.

Die Liebe reißt uns fort wie ein Gewitter,
sie zwingt zu tun, was uns verboten blieb.
Sie schmeckt wohl süß, doch auch zuweilen bitter,
Sie peitscht uns auf und bändigt manchen Trieb. 

In Liebe liegen Schatten tief im Dunkeln,
sie blendet jäh, vernebelt unsern Blick,
sie schärft die Sinne, die im Innern funkeln,
wirft Zeit und Raum in einen Punkt zurück.

Wer Liebe lebt, verschmilzt mit den Gedanken
des Gegenpols, sei er auch weit entfernt;
denn Liebe weist manch Grenze in die Schranken,
sofern der Liebende sich lieben lernt.

Dienstag, 26. Juni 2012

Moonriver


Im tiefen Strom des ungelebten Lebens
Erblicke ich im Mondschein dein Gesicht.
Du Quelle meines innersten Bestrebens
Verwahr’ in deinen Reimen dies Gedicht:

Ich fand dich einst am Grunde deiner Zeilen,
Erlauschte die geheime Melodie.
Dein Atem lud mich ein, bei dir zu weilen,
In stiller, doch vertrauter Harmonie.

Wir haben unser Glück nicht gleich verstanden,
Drum bahnte sich der Zweifel einen Weg.
Die ersten Lichtmomente, sie entschwanden,
Vernunft hat unsre Sinne widerlegt.

So drängten wir zurück in unsre Leben,
Ergaben uns den Zwängen dieser Welt.
Ich sah dich in den Horizont entschweben,
Wie melancholisch hab ich mich gequält?

Ich spielte aus der Ferne leise Lieder,
Du wolltest mir im Regen schon entfliehn.
Da brachte dich Moonriver zu mir wieder,
Nun sollten wir uns nimmermehr verliern…

Montag, 25. Juni 2012

Du, die du Gedanken lenkst


Behaglich war mein Träumerleben,
nichts reizte mich, nichts ließ mich beben.
Da trafst du mich ins Herz, so eben,
als wär’s dir nichts - verrückt, verrückt!

Du schärftest mir Verstand und Sinne,
so sehr, dass ich dir nie entrinne,
mich neckisch stets auf dich besinne,
wenn manch Versuchung näher rückt.

Dein Denken dringt aus fernen Landen,
umschwebt mich, lässt mich bei dir stranden,
weil wir so zueinander fanden,
so wie’s dem Schicksal einst gefiel.

Doch manchmal drängt's dich in die Ferne,
da wünschtest du: „Ach Mensch ach lerne,
ich habe alle Menschen gerne
und aller Wohl war stets mein Spiel.“ 
   
Ich wahre dich in meinem Herzen,
genieße es, mit dir zu scherzen
und sei es über tiefste Schmerzen,
du Zeichen dessen, was mir glückt.

Ich weiß um deine alten Wunden,
sie sind mir wohl, für gut befunden,
bedenke dies in allen Stunden,
in denen dich mein Wort entzückt.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Wenn wir uns begegnen (Zweite Version)


Wenn wir uns begegnen, fließen Raum und Zeit zusammen,
Wenn wir uns begegnen leben Träume auf.
Ein Gefühl der Einheit und des Friedens wird entflammen,
dafür Namen wir schon Freud’ und Leid in Kauf.

Wir erfuhren Wunder, haben unser Band geknotet,
dieses Band hielt stärker als gemeiner Stolz;
haben in uns Höhen und auch Tiefen ausgelotet,
schnitzten unsre Namen in erdachtes Holz.

Zeichen der Erkenntnis, unsrer Sehnsucht, des Verlangens
Wiesen uns zwei Wege und vereinten uns.
Weicht nun, böse Geister, Melodien steten Bangens,
vorbestimmte Hälften leben ihre Gunst.

Deine Wasser branden an die Felsen meiner Küste,
nehmen Sand und Kiesel meines Wesens auf –
bringst mir Salz und Sehnsucht, du Oase meiner Wüste,
unser Wille fügt sich in den Weltenlauf.

Wenn wir uns begegnen, ist’s schon tausendmal geschehen,
denn der Mensch vergeht, doch die Ideen nie.
Haben uns in längst vergessnen Leben schon gesehen,
traue deinen Sinnen, denn sie irren nie…

Dienstag, 19. Juni 2012

Lebewohl

Nun vergeht der Funke,
der einst zufällig entstand.
Alles hat ein Ende,
so auch das, was uns verband.

Werde nicht vergessen,
was die Liebe uns ersann.
Kann noch nicht ermessen,
was mir engültig zerrann.

Eines schönen Tages
blitzt ein neuer Funke auf.
Will nicht länger klagen,
nehm' mein Schicksal nun in Kauf.

Menschen sind wie Nebel,
der bei Sonnenschein verdampft.
Was ich gab und gebe,
war vergebens, doch ein Kampf.

Montag, 18. Juni 2012

Abschied


Abschied nehmen, heißt bedauern,
still verglüht Erinnerung.
Dieses Wanken, dieses Trauern
schmälert alle Freude nun.

Leben ist ein stetes Gehen,
nichts verharrt im Jetzt und Hier.
Will ich meine Zeit bestehen,
denk’ ich mich zurück zu dir.

Neue Türen stehen offen,
ich verschloss die alten nicht.
Mir verging mein größtes Hoffen,
Nebel trüben meine Sicht.

Letztlich ließ ich das geschehen,
was das Schicksal mir befahl.
Noch kann ich dein Lächeln sehen,
bald vergess’ ich’s, tief im Tal.

Du lebst auf, wenn ich dich lasse,
du brauchst meine Nähe nicht.
Künftig meid’ ich deine Straße,
steh’ dir niemals mehr im Licht.

Diana


Wir trafen uns vor mehr als zwanzig Jahren,
verbrachten zweisam eine kurze Zeit.
Das werde ich mir immerzu bewahren,
denn was da nicht war, tut mir heut noch Leid.

Gedankenlesen war für uns das Eine,
doch herrschten stets auch Unmut und Distanz.
Erinnre dich, dann weißt du, was ich meine -
wir tanzten wohl den undankbarsten Tanz.

Noch heute kann ich deine Stimme hören,
sie war mir wohl gesonnen, zugeneigt.
Es war an mir, dein Wesen zu betören,
doch hab’ ich meine Stärken nie gezeigt.

Du warst mir eine Königin der Freiheit,
so unnahbar wie mancher Stern der Nacht.
Das war denn auch schon unsre größte Dummheit:
Was menschlich war, ist in uns nie erwacht.

Wir sprachen über kluge Philosophen,
vergeistigt bis ins innerste Detail.
Was nutzten uns jedoch die weisen Strophen?
Im Wesentlichen fanden wir kein Heil.

Du lebst zufrieden, ganz in meiner Nähe,
zufrieden war ich auch, das weißt du wohl.
Ich frag mich, was wohl wär’, wenn ich dich sähe,
und frag mich, ob ich mir das wünschen soll.

Nein, nein! Die Lebensuhr, sie dreht sich weiter,
für uns zwei gab es niemals einen Raum.
Ich schmunzle über mich, befreit und heiter:
Wie dumm vergab ich mir den schönsten Traum?

True Love - Wahre Liebe

Wahre Liebe mag man spüren,
wenn die Worte Tränen rühren,
wenn die Sterne Menschen führen
und ein Lied den Raum durchbricht.

Liebe kann Gedanken lenken,
Liebe mag sich uns verschenken,
darf ich an die Liebe denken,
bring ich all mein Glück ans Licht.

Gerne las ich deine Worte,
die ich in mir pflege, horte,
schreibst du mir vom fernsten Orte,
fühl ich mich dir dennoch nah.

Deine Seele sang mir Lieder,
stetig kehren diese wieder,
wie der Schmetterling zum Flieder,
den ich jüngst im Traume sah.

Ein kleiner Aphorismus zur Nachtzeit

Ohne Muse keine Muße,
ohne Muße keine Muse,
Muse, auf zum letzten Gruße,
den ich scheinbar achten muss.

Sonntag, 17. Juni 2012

Kind der Nacht


Bin ich auch der Liebe ferner als der Mond der Sonne,
so hab' ich es doch wenigstens zur Zuneigung gebracht.
Ich hole sie mir einsam, geb sie weiter dann mit Wonne,
so fühle ich mich wenigstens nicht ganz als Kind der Nacht.

Die zwei Parallelen


Sie mag mich, lächelt, hält sich frei,
entlarvt mich, straft mich, bricht entzwei.

Sie sendet mir den schönsten Traum,
erfüllt in mir den leeren Raum.

Sie zweifelt, zögert, hadert, spricht,
Sie sieht die Welt aus ihrer Sicht.

In meiner Nähe strahlt sie rein,
doch blendet sie des Jungen Schein.

Schon Jahre her, da sah ich sie,
erkannt hätt’ ich sie damals nie -

Sie war ein Bild in einem Bach,
vergaß sie, doch jetzt bin ich wach. 

Das Leben macht es ihr nicht leicht,
mal seh‘n, wie weit ihr Schicksal reicht.

Im Traum mit mir erfuhr sie sich,
erblickte spiegelnd ihr Gesicht. 

Sie weiß nun, sie ist zweigeteilt -
Erkenntnis, die manch Irrtum heilt.

Sie mündet in mich wie ein Fluss,
ein Quell in mir drängt mich zum Kuss.   

Mit Augen voller Zuversicht
gelangen wir zu Zweit ans Licht.

Ich frage mich: Warum und wie?
Doch weiß ich wohl: Ich liebe sie –

die zwei Parallelen!

Unsichtbar

Mein Bild verblasst in deinen zarten Händen,
war's wesentlich, so trug es dein Gesicht.
Wir lassen es beim letzten Spruch bewenden
und treten aus dem einst erwünschten Licht.

Die Zeit fließt weiter, länger sind die Tage.
Der Mondschein wird mich lange nicht mehr sehn.
Ich wünsch' mir, dass mir dieser Weg behage,
dann wird alle Erinn'rung bald vergehn.

Ich glaubte voller Zuversicht an Wunder,
doch Wunder suchen sich die Ihren aus.
Mein Herz entbrannte lichterloh wie Zunder,
nun sitze ich im Dunkeln, welch ein Graus!

Die Stunden voller Lust und voller Freude,
voll Zuversicht und Sehnsucht sind vorbei.
Was hab ich meinen Lebensdurst vergeudet,
nun sitze ich im Stillen, nachts um zwei.

Ich muss zurück ins alte Unheil pendeln,
die Sinne trüben, unsichtbar vergehn.
Möcht nicht mehr länger mit dem Unglück händeln,
die Zeit heilt Wunden, manchmal ist das schön.