Sonntag, 17. Juni 2012

Die zwei Parallelen


Sie mag mich, lächelt, hält sich frei,
entlarvt mich, straft mich, bricht entzwei.

Sie sendet mir den schönsten Traum,
erfüllt in mir den leeren Raum.

Sie zweifelt, zögert, hadert, spricht,
Sie sieht die Welt aus ihrer Sicht.

In meiner Nähe strahlt sie rein,
doch blendet sie des Jungen Schein.

Schon Jahre her, da sah ich sie,
erkannt hätt’ ich sie damals nie -

Sie war ein Bild in einem Bach,
vergaß sie, doch jetzt bin ich wach. 

Das Leben macht es ihr nicht leicht,
mal seh‘n, wie weit ihr Schicksal reicht.

Im Traum mit mir erfuhr sie sich,
erblickte spiegelnd ihr Gesicht. 

Sie weiß nun, sie ist zweigeteilt -
Erkenntnis, die manch Irrtum heilt.

Sie mündet in mich wie ein Fluss,
ein Quell in mir drängt mich zum Kuss.   

Mit Augen voller Zuversicht
gelangen wir zu Zweit ans Licht.

Ich frage mich: Warum und wie?
Doch weiß ich wohl: Ich liebe sie –

die zwei Parallelen!

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